Browser im Unternehmen " Chrome for Work " vs " Firefox ESR "

Chrome for Work

 

Google's Chrome genoss bei seinem Erscheinen keinen guten Ruf in Administratorkreisen. Und auch heute noch sitzt das Misstrauen tief, das Chrome auf unliebsame Weise spioniert und die Macht der Googlekrake mehrt.

Doch unaufhaltsam grub Chrome den etablierteren Browsern Internet Explorer und Firefox das Wasser ab. Und das  nicht nur im Consumerbereich - denn die Chrome Macher erkannten das es für Image & Verbreitung förderlich ist wenn man Chrome auch in Unternehmen etabliert.

Dafür schufen sie extra " Chrome for Work ". Innerhalb eines Jahres stand eine vollständige Administration für alle Betriebssysteme bereit die sich in die Verwaltungsmechanismen der Betriebssysteme eingliederte. Gruppenrichtlinien für Windows , MCX für Mac und JSON für Linux.

Chrome for Work wird für Windows als unternehmensfreundliche .msi Installationsdatei bereitgestellt, für 32 bit und 64bit. Sie unterscheidet sich funktionell nicht von der Version die für Consumer- Kunden bereitgestellt wird.  Durch das downloadbare .msi Paket kann sie mit Server-Bordmitteln per GPO an Clients verteilt werden, oder komfortabel in Verteilungssoftware wie WPP übernommen werden.

Für die administrative Anpassung stehen über 100 GPO Richtlinien zur Verfügung um wunschgerecht zu konfigurieren.

Für die Konfiguration stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

  • (Nutzer)einstellungen - können vom User angepasst werden
  • Standardeinstellungen - werden administrativ voreingestellt, können aber vom User geändert werden
  • Richtlinien - werden unveränderlich administrativ voreingestellt

Administrative Mittel stehen für Windows, Mac und Linux bereit.

 

Das Handling von Updates ist konfigurierbar. Informationen über neue Updates sind per RSS Feed erhältlich, informationen zu Sicherheitsupdates sind als Blog abonnierbar. Allerdings exsistiert keine Bereitstellung von Updates die per WSUS eingepflegt werden können.

 

Chrome-Erweiterungen können komfortabel per GPO installiert werden, alternativ per Konfigurationsdatei.

 

Die Verwaltung wird unterstützt durch deutschsprachige Suportseiten, FAQ und ein IT-Bereitstellungshandbuch.

 

FIREFOX ESR

 

Dem gegenüber steht Mozillas Firefox. Der Browser der seit jeher für Flexibilität und quelloffene Standards steht. Er geniest einen beachtlichen Vertrauensbonus. In vergangenen Zeiten, als es erklärtes Ziel war den Internet Explorer vom Thron zu stoßen wurden exsistierten auch GPOs zur Administration. 
Leider verspielt Firefox seit Jahren seine Karten. Browser spielen eine zunehmend zentrale Rolle, Administratoren erwarten komfortable und moderne Administrationsmöglichkeiten. Bei Firefox entwickelt sich seit Jahren - nichts.

Die Marktanteile sanken, die Erschließung von Unternehmensstrukturen würde zu tausenden neuer Installationen führen - aber Firefox hatte schon immer einen extrem schweren Stand in Unternehmensstrukturen. Seit je her schätzten offenbar Administratoren Konfigurierbarkeit und interne Kompartibilität höher als quelloffene Standards.

 

Bei Mozilla steht seit einigen Jahren die Unternehmensversion "Firefox ESR" bereit.

Firefox ESR ist identisch mit den jeweiligen Consumerversionen, erhält aber über einen längeren Zeitraum Sicherheitsupdates.

 

Die Bereitstellung erfolgt identisch zur Consumerversion als .exe Download . Sie kann damit nicht ohne weiteres in Unternehmen verteilt werden.  Die Bereitstellung muss entweder per Script, oder mittels Verteilungssoftware und dem Erstellen von Installationsregeln erfolgen. Seit Jahren fordern Admins die Bereitstellung einer .msi zur einfacheren Bereitstellung, stoßen damit aber bei Mozilla auf taube Ohren. "Firefox ESR" unterscheidet sich ebenfalls nicht von der jeweiligen Consumeredition.

Eine zentrale Anpassung und Installation ist möglich, aber aufwendig, und kein Verfahren nutzt die windowsinternen Verfahren. Insbesondere gibt es keine aktuellen Konfigurationsmöglichkeiten per GPO. Zur Konfiguration müssen spezielle Konfigurationsdateien an die Clients verteilt werden die ihrerseits dann auf ein zentrales Konfigurationsfile verweisen können. Eine GUI basierte Verwaltungsmöglichkeit exsistiert nicht. Vielmehr benötigt man Kenntnis über endlose Konfigurationsparameter.

Wie bei Chrome auch stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Konfiguration vorausgewählt - kann vom Nutzer verändert werden
  • Konfiguration voreingestellt - kann vom Nutzer nicht verändert werden

Updates können nicht zentral gesteuert werden. Will man Kontrolle über die Aktualisierung bleibt nur die automatischen Updats zu deaktivieren und bei jedem Update die komplette Installation neu zu verteilen, analog zu Chrome.

 

Die Verwaltung von Erweiterungen /AddOns / Themen ist noch weitaus komplizierter und erfordert weitreichende Eingriffe. Anleitungen muss man sich zu einem großen Teil weit verstreut aus dem Internet zusammensuchen.

 

Die Unterstützung für Unternehmen beschränkt sich auf eine englische Mailingliste. Das ist alles. Keine Anleitungen, keine extra Dokumentationen, kein Forum.

 

Hilfe gibt es von Drittanbietern, etwas was in der Administration auch nicht so gerne gesehen ist.

Von diesen gibt es Hilfsmittel die Unternehmen die Arbeit erleichtern, z.B. werden mit zeitlicher Verzögerung umgepackte .msi Installer angeboten oder Unterstützung für die Browseranpassung. Auch bei der Konfiguration / Customizing springen Drittanbieter mit AddOns in die Presche, besonders hiervorzuheben ist hier Kaply Consulting mit CCK2. Doch auch hier ist die Zukunft unbestimmt, siehe Mikes Blogeintrag von Feb 2016.

 

Auf der anderen Seite ermöglichen die unendlichen Konfigurationsparameter eine außerordentlich individuelle Anpassung die von keiner Krake beschränkt wird.

 

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